M7 Sicherheitskonzept
Sicherheit beim Laden und Lagern von Lithium-Ionen-Akkus
Ein Akku-Ladeschrank muss zur Anwendung passen. Wir betrachten dafür Akkus, Ladeleistung, Standort und betriebliche Abläufe gemeinsam mit den Schutzfunktionen des Schrankes.
Das M7 Sicherheitskonzept verbindet technische Ausstattung und betriebliche Organisation. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom vorgesehenen Einsatz ab. Auf dieser Seite erklären wir die einzelnen Bausteine und helfen bei der Auswahl zwischen BASIC, FLEX sowie F30 und F90.
Wie die Schutzfunktionen zusammenwirken
Die folgenden Funktionen beschreiben das M7 Portfolio. Sie gehören nicht automatisch zu jeder Ausführung. Maßgeblich sind die Ausstattung und die Unterlagen des konkret angebotenen Schrankes.
Überwachung im Ladebetrieb
Je nach Ausstattung überwachen Brand- beziehungsweise Rauchmelder und Temperatursensoren den Ladebereich. Sie können Auffälligkeiten erkennen und die vorgesehenen Melde- und Schutzfunktionen auslösen.
Abschaltung und Alarmierung
Entsprechend ausgestattete Modelle können Ladeplätze bei definierten Alarmzuständen abschalten und optisch oder akustisch alarmieren. Welche Schwellenwerte und Reaktionen gelten, ergibt sich aus der jeweiligen Steuerung.
Einbindung in den Betrieb
Eine externe Signalweitergabe oder Anbindung an die Brandmeldezentrale ist je nach Ausführung möglich. Gemeinsam mit dem Betreiber werden Schnittstelle, Alarmempfänger und betrieblicher Ablauf abgestimmt.
Belüftung und Ladeleistung
Ladegeräte und Akkus geben Wärme ab. Eine technische Belüftung kann Wärme abführen, sofern sie vorgesehen ist. Belegung, elektrische Leistung und Umgebung müssen zusammenpassen. Beim M7 BASIC ist ein Lüfter optional.
Belüftung ersetzt weder Brandschutzmaßnahmen noch die Prüfung der zulässigen Nutzung. Auch eine Stromabschaltung beendet nicht automatisch einen bereits laufenden thermischen Vorgang im Akku.
Was F30 und F90 bedeuten
F30 steht bei der bezeichneten Ausführung für 30 Minuten, F90 für 90 Minuten Feuerwiderstand unter den jeweiligen Prüfbedingungen. Das ist eine erste Orientierung. Entscheidend bleiben Prüfverfahren, Brandrichtung und der Nachweis für das konkrete Modell.
Ein Brand außerhalb des Schrankes und ein Brand im Schrank sind unterschiedliche Prüfsituationen. Aus einer Zeitangabe allein lässt sich daher nicht ableiten, dass beide Brandrichtungen geprüft wurden oder jede beliebige Akku-Belegung abgedeckt ist.
Prüfnachweise richtig einordnen
DIN EN 14470-1 beschreibt feuerwiderstandsfähige Sicherheitsschränke für brennbare Flüssigkeiten. Sie ist keine allgemeine Produktnorm für sämtliche Akku-Ladeschränke. Für feuerwiderstandsfähige Batterie-Lagerschränke für Lithium-Ionen-Batterien ist außerdem das VDMA-Einheitsblatt 24994 relevant. Ein entsprechender Nachweis muss zum angebotenen Modell und seiner Ausführung passen. Die Beurteilung des Ladebetriebs und der konkreten betrieblichen Nutzung bleibt zusätzlich erforderlich.
Vor der Auswahl klären wir mit Ihnen, welche Brandschutzleistung für Ihren Standort benötigt wird und welche Unterlagen für die gewählte M7 Ausführung vorliegen. Interne Brandversuche sind von unabhängigen Prüfungen und Zertifikaten zu unterscheiden.
Elektrisch geprüft nach DGUV Vorschrift 3
Die elektrische Ausstattung der M7 Ladeausführungen ist nach DGUV Vorschrift 3 geprüft. Diese Aussage bezieht sich auf die elektrische Prüfung. Sie ist keine Aussage über eine Feuerwiderstandsklasse und keine Zertifizierung des Schrankes durch die DGUV.
Reine STORAGE-Ausführungen ohne elektrische Ausstattung sind hiervon ausgenommen. Nach der Inbetriebnahme bleiben die erforderlichen wiederkehrenden Prüfungen Bestandteil der betrieblichen Organisation.
Die verbindlichen Prüffristen werden anhand der Gefährdungsbeurteilung und der konkreten Einsatzbedingungen festgelegt. Für alle M7 Ladeausführungen empfehlen wir eine jährliche elektrische Prüfung; je nach Beanspruchung können kürzere Fristen erforderlich sein. Reine STORAGE-Ausführungen sind von unserem Servicepaket ausgenommen.
Welche M7 Ausführung passt zur Aufgabe?
BASIC und BasicPRO
Kompakte Lösungen mit geordneten Ladeplätzen. BasicPRO ergänzt je nach Ausstattung Überwachungs-, Alarmierungs- und Abschaltfunktionen. Die Bezeichnung BASIC oder PRO allein belegt keine Feuerwiderstandsklasse.
FLEX und FlexPRO
Modular aufgebaute Lösungen für unterschiedliche Ladeplätze und betriebliche Anforderungen. Elektrische Ausstattung, Überwachung und Signalanbindung werden passend zur Anwendung gewählt.
F30
Brandschutzorientierte Ausführungen mit 30 Minuten Feuerwiderstand gemäß dem jeweiligen Modellnachweis. Ausstattung, Brandrichtung und vorgesehene Nutzung müssen zum Einsatz passen.
F90
Brandschutzorientierte Ausführungen mit 90 Minuten Feuerwiderstand gemäß dem jeweiligen Modellnachweis. Die Auswahl erfolgt zusammen mit der benötigten Überwachungs- und Ladeausstattung.
STORAGE bezeichnet bei den hier angebotenen reinen Lagerausführungen einen Schrank ohne Ladeelektrik. Lagerung und aktives Laden müssen bei der Auswahl ausdrücklich unterschieden werden.
Diese Angaben helfen bei der Planung
- Welche Akku-Systeme werden eingesetzt und in welchem Zustand befinden sich die Akkus?
- Wie viele Akkus werden gelagert, und wie viele sollen gleichzeitig laden?
- Welche Kapazitäten und Ladeleistungen sind vorgesehen?
- Wo steht der Schrank, und welche Umgebungsbedingungen liegen dort vor?
- Wer nimmt eine Alarmmeldung entgegen, und ist eine externe Signalanbindung vorgesehen?
- Welche Anforderungen ergeben sich aus Gefährdungsbeurteilung, Brandschutzorganisation und betrieblichen Vorgaben?
Eine allgemeingültige maximale Akku-Anzahl lässt sich daraus nicht pauschal ableiten. Maßgeblich sind die Produktunterlagen und die Freigabe für den konkreten Einsatz. Wir unterstützen Sie bei der technischen und wirtschaftlichen Auswahl.
Prüfung und Wartung im laufenden Betrieb
Ein Sicherheitskonzept umfasst auch die Kontrolle der vorhandenen Funktionen. Dazu gehören je nach Ausstattung die elektrische Prüfung sowie die Kontrolle von Brandmelder, Alarmierung, Abschaltung, Lüftung und mechanischen Komponenten.
Unser Prüf- und Wartungsservice gilt für BASIC, BasicPRO, FLEX, FlexPRO sowie SAFE und SafePRO F30/F90 mit Ladeelektrik. Reine STORAGE-Ausführungen sind ausgenommen. Wir empfehlen eine jährliche elektrische Prüfung. Zusätzlich erforderliche Kontrollen richten sich nach Ausstattung, Modellunterlagen und Gefährdungsbeurteilung. Ein jährlicher Wartungstermin ersetzt diese Zwischenkontrollen nicht.
Wählen Sie eine Einzelwartung oder fragen Sie einen jährlichen Wartungsvertrag an. Prüfung und Wartung kosten 74 € netto je Schrank und Termin (88,06 € inkl. 19 % MwSt.). Hinzu kommt eine Anfahrt je Standort und Termin: Süd 137 € netto, Nord 239 € netto. Enthalten sind Prüfprotokoll, Wartungsnachweis und nach bestandener Prüfung eine Prüfplakette. Reparaturen und Ersatzteile werden nach Kostenvoranschlag und Ihrer Freigabe ausgeführt.
Häufige Fragen zum Sicherheitskonzept
Ist ein F90-Schrank für jede Anwendung automatisch die richtige Wahl?
Die Auswahl hängt von Akkus, Nutzung, Standort und den betrieblichen Anforderungen ab. Die Feuerwiderstandsdauer ist ein wichtiges Merkmal, muss aber zusammen mit Überwachung, Ladeleistung und organisatorischen Maßnahmen betrachtet werden.
Ist die DGUV-Prüfung ein Brandschutzzertifikat?
Nein. Sie betrifft die elektrische Prüfung. Feuerwiderstand und Brandverhalten werden durch gesonderte, zum Modell passende Nachweise beschrieben.
Kann ein reiner STORAGE-Schrank auch Akkus laden?
Eine STORAGE-Ausführung ohne Ladeelektrik ist zur Lagerung vorgesehen. Für aktives Laden wird eine geeignete Ladeausführung benötigt. Nachrüstungen müssen mit M7 abgestimmt werden.
Übernimmt der Schrank alle Aufgaben des betrieblichen Brandschutzes?
Nein. Zuständigkeiten, Alarmabläufe, Aufstellbedingungen und wiederkehrende Kontrollen bleiben Teil der betrieblichen Organisation. Der Schrank wird in dieses Gesamtkonzept eingebunden.
Unterlagen und fachliche Grundlagen
Unser Sicherheitskonzept fasst die M7 Produktfamilien und die Auswahlkriterien zusammen. Für eine konkrete Bestellung stellen wir die zur angebotenen Ausführung gehörenden technischen Unterlagen bereit.
Fachliche Grundlagen: DGUV Vorschrift 3, DGUV Information 203-071 und DIN EN 14470-1. M7 Sicherheitskonzept und die Betriebs- und Wartungsunterlagen der jeweiligen M7 Ausführung. Stand dieser Erläuterung: September 2026.
Ihre Anwendung gemeinsam durchgehen
Senden Sie uns Ihre Anforderungen oder sprechen Sie direkt mit uns. Wir klären, welche Ausstattung zu Ihrem Betrieb passt und welche Unterlagen für Ihre Entscheidung benötigt werden.
